Analyse Ihrer Unternehmensstruktur

Fazit

Ihr Unternehmen hat 70 Punkte von insgesamt 460 möglichen Punkten erreicht.

Dies bedeutet in der Gesamtschau, dass das betriebliche Familienbewusstsein in Ihrem Unternehmen insgesamt ausbaufähig ist. Der Selbstcheck hat Ihnen gezeigt, an welchen Stellen dies besonders der Fall ist und wie Sie hier nachjustieren können. Neben der Systematisierung der Bedarfe der Mitarbeiter/innen und Führungskräfte sowie der vorhandenen Maßnahmen ist zu überlegen, an welchen Stellen das Angebot ausgebaut oder besser an die Unternehmenssituation angepasst werden kann. Dabei gilt nicht der Grundsatz „viel hilft viel.“ Es kommt vielmehr darauf an, passgenaue Maßnahmen umzusetzen, mit den Beschäftigten und Führungskräften hierüber in den Dialog zu kommen und langfristig eine familienbewusste Unternehmenskultur zu schaffen. Dies bringt sowohl Ihrer Belegschaft als auch Ihrem Unternehmen insgesamt entscheidende Vorteile, damit Sie Ihre Fachkräfte langfristig an den Betrieb binden und im Wettbewerb um gutes Personal zukunftssicher aufgestellt sind. Viel Erfolg bei der Umsetzung!


Teil Unternehmenskultur

Unternehmensgrösse

Ihr Betrieb gehört im Hinblick auf die Beschäftigtenzahl zu den eher kleineren Unternehmen. Dies hat den Vorteil, dass Sie die Bedarfe und die individuellen Situationen Ihrer Beschäftigten zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf schon kennen oder diese unkompliziert erfragen können. Schriftliche Befragungen bieten sich erst ab einer Mitarbeitendenzahl von ca. 20 Beschäftigten an. Bei einer geringeren Anzahl können Sie die Bedarfe und auch Verbesserungsvorschläge besser in persönlichen Gesprächen (z.B. im Mitarbeitendengespräch) erfragen. Viele familienbewusste Maßnahmen sind kaum kostenintensiv und oft können „kleine“ Angebote schon viel bewirken. In kleineren Unternehmen können viele Lösungen auch informell (also ohne schriftlich festgelegtes Regelwerk) und individuell umgesetzt werden. Sofern in Ihrem Unternehmen ein Betriebsrat vorhanden ist, sollten Sie diesen bereits frühzeitig, also bei der Planung der Bedarfserhebung und der Maßnahmen einbeziehen.

Verhältnis kaufmännischer und gewerblicher Mitarbeiter/innen

Da in Ihrem Unternehmen überwiegend gewerbliche Mitarbeiter/innen beschäftigt werden, sind einigen familienbewussten Maßnahmen (Homeoffice, Vertrauensarbeitszeit etc.) Grenzen gesetzt. Dies bedeutet jedoch nicht, dass für die Beschäftigten keine Angebote gefunden werden können. Bestimmte Tätigkeiten (z.B. Planung oder Dokumentationspflichten) können unter Umständen durchaus orts- und zeitunabhängig ausgeführt werden. Außerdem kann eine gewisse Flexibilität durch Teamarbeit erreicht werden, wo Vertretungs- oder auch Gleitzeitregelungen untereinander getroffen werden. Darüber hinaus gibt es eine Vielzahl an weiteren Maßnahmen, wie etwa Unterstützung durch Information, Vermittlung von Kontakten, betriebliche Kinderbetreuung, geldwerte Leistungen und vieles mehr.

Feste Anwesenheitszeiten

Wenn für die meisten Mitarbeiter/innen feste Anwesenheitszeiten gelten und diese aufgrund des Arbeitsprozesses auch nicht flexibler gestaltet werden können, gilt es, Neiddebatten entgegen zu wirken. Dies wird beispielsweise dadurch gewährleistet, dass diese Beschäftigten in anderen Handlungsfeldern des betrieblichen Familienbewusstseins (Service für Familien, geldwerte Leistungen, Information und Vermittlungsdienstleistungen) unterstützt werden.

Schichtarbeit

Da in Ihrem Unternehmen keine Schichtarbeit vorliegt, müssen Sie auf die speziellen Bedarfe von Beschäftigten in Schichtarbeit nicht gesondert eingehen.


Teil A: Arbeitszeit und Arbeitsort

Ihr Unternehmen hat 20 Punkte von insgesamt 100 möglichen Punkten erreicht.

Im Hinblick auf flexible Modelle zur Arbeitszeit und zum Arbeitsort besteht in Ihrem Unternehmen ein Nachholbedarf, sofern Ihre Beschäftigten diese in Anspruch nehmen möchten. Auch wenn flexible Modelle an vielen Stellen vielleicht nicht umsetzbar sind, gibt es immer auch Bereiche, in denen dies möglich ist.

Es empfiehlt sich daher, zunächst eine Bestandsaufnahme (z.B. Beschäftigtenbefragung oder in kleineren Unternehmen persönliche Gespräche) durchzuführen. Wenn ein Bedarf vorhanden ist, beziehen Sie die Führungskräfte bei der Planung von Maßnahmen frühzeitig ein, denn diese wissen oftmals sehr genau, was möglich ist und was nicht. Wenn in diesem Bereich keine weiteren Maßnahmen möglich sind, fokussieren Sie die anderen Handlungsfelder einer familienbewussten Personalpolitik (z.B. Kinderbetreuung, soziale Leistungen, Kommunikation etc.). Vielleicht geben Ihnen unsere Beispiele und Empfehlungen Impulse, welche Maßnahmen möglich sein könnten. Beachten Sie daher auch die weiteren Maßnahmenvorschläge in diesem Bereich.

Mögliche Umsetzungs-Tipps auf Ihrer Unternehmensstruktur

Flexible Arbeitszeitmodelle

  • Arbeitszeitkonten
  • Entgeltumwandlung in Zeit
  • Funktionsarbeitszeit

Umgang mit familiären Bedarfssituationen

  • Familienbewusste Rücksichtnahme bei Erreichbarkeit, Termine, Dienstplanung usw.
  • Familienbewusste Vertretungsregelungen
  • Freistellung von bestimmten Aufgaben

Teil B: Kinderbetreuung und Pflege von Angehörigen

Ihr Unternehmen hat 4 Punkte von insgesamt 108 möglichen Punkten erreicht.

Ihr Maßnahmenangebot zur Kinderbetreuung und Pflege von Angehörigen weist Verbesserungspotential auf. Dieses hängt maßgeblich von den Bedarfen der Beschäftigten ab. Grundsätzlich gibt es eine Vielzahl an Maßnahmen, die zur Unterstützung der Kinderbetreuung oder der Pflege von Angehörigen für Ihre Beschäftigten hilfreich sein können, ohne dabei sehr kostenintensiv zu sein. Beispielsweise die Zusammenstellung von externen Angeboten und Informationen. Hierzu bietet es sich an, dass eine Ansprechperson diese Informationen bündelt und regelmäßig aktualisiert. Im Bereich der Vereinbarkeit von Pflege und Beruf kann bspw. eine Person zur „betrieblichen Pflegelotsin“/zum „betrieblichen Pflegelotsen“ weitergebildet werden. Natürlich können auch Maßnahmen aus anderen Bereichen (Soziale Leistungen, Unternehmens- und Personalpolitik usw.) bei der Kinderbetreuung oder der Pflege von Angehörigen unterstützen. Beachten Sie auch die weiteren Maßnahmenvorschläge in diesem Bereich.

Mögliche Umsetzungs-Tipps auf Ihrer Unternehmensstruktur

Regelmäßigen Kinderbetreuung

  • Beratung/Vermittlung von externer Kinderbetreuung
  • Kontakt zu Familiendienstleistern/-netzwerken/-portalen herstellen
  • Bezuschussung von Kinderbetreuungskosten, Förderung von Elterninitiativen

Kinderbetreuung während der Ferienzeiten

  • Reservierung von Belegplätzen in externen Ferienbetreuungen
  • Zusammenstellung von externen Angeboten
  • Anpassung der Arbeitszeit

Vereinbarkeit von Beruf und Pflege

  • feste Ansprechperson im Unternehmen/Pflegelotsen
  • Vorträge, Seminare u.ä. zum Thema Pflege
  • Informationsmaterial (intern und/oder extern)

Teil C: Soziale Leistungen

Ihr Unternehmen hat 12 Punkte von insgesamt 44 möglichen Punkten erreicht.

Das Maßnahmenangebot im Bereich der sozialen Leistungen (Betriebliches Gesundheitsmanagement und sonstige Leistungen in Bezug auf ein betriebliches Familienbewusstsein) ist bei Ihnen bereits gut aufgestellt. Vielleicht können Sie es noch optimieren, indem Sie einige der vorgeschlagenen Impulse aufnehmen oder überprüfen, ob bestimmte Beschäftigtengruppen (z.B. Führungskräfte) von den Maßnahmen ebenso profitieren können wie andere. Betriebliches Gesundheitsmanagement zum Beispiel sollte bedarfsgerecht für alle Beschäftigten zur Verfügung stehen (und natürlich auch Sie selbst einbeziehen). Beachten Sie auch die weiteren Maßnahmenvorschläge in diesem Bereich.

Mögliche Umsetzungs-Tipps auf Ihrer Unternehmensstruktur

betrieblichen Gesundheitsmanagement

  • Gutscheine für gesundheitsfördernde Maßnahmen oder Freizeitangebote
  • Gesundheitstag mit Infos und Angeboten
  • Ansprechperson, Betriebsarzt bzw. -ärztin

weitere soziale Leistungen in Bezug auf Familienfreundlichkeit

  • Berücksichtigung des ÖPNV in der Zeitplangestaltung
  • Leasing von Firmenfahrrädern (auch für Familienangehörige)
  • betriebliche Altersvorsorge

Teil D: Arbeitsorganisation

Ihr Unternehmen hat 15 Punkte von insgesamt 20 möglichen Punkten erreicht.

Die Ausrichtung Ihrer Arbeitsorganisation und der Arbeitsabläufe ist bereits familienfreundlich, an einigen Stellschrauben lässt sie sich aber vielleicht noch weiter verbessern. Möglicherweise gibt es Bereiche, in denen Teamarbeit oder eine Durchmischung insgesamt bisher nicht denkbar war. Hier ist meist mehr möglich als zunächst angenommen. Auch Vertretungsregelungen und Urlaubsabstimmungen sind oft ein heikles Thema. Da hilft in erster Linie Transparenz und Kommunikation, damit den Bedarfen aller Beschäftigten soweit wie möglich entsprochen werden kann. Beziehen Sie Ihre Beschäftigten (und noch wichtiger: die Führungskräfte) in die Organisation ein und diskutieren Sie Grenzen offen miteinander. Beachten Sie auch die weiteren Maßnahmenvorschläge in diesem Bereich.


Teil E: Unternehmens- und Personalpolitik

Ihr Unternehmen hat 12 Punkte von insgesamt 56 möglichen Punkten erreicht.

Ihre Unternehmens- und Personalpolitik beinhaltet bereits viele familienbewusste Elemente. Sie können diese vor dem Hintergrund der Bedarfe Ihrer Beschäftigten aber sicher noch weiter verbessern. Beziehen Sie Ihre Führungskräfte bei der Planung mit ein. Wo benötigen sie weitere Unterstützung? Wo liegen die besonderen Herausforderungen aus der Sicht der Führungskräfte und welche Lösungsvorschläge machen sie? Die Führungskräfte stellen in dieser Hinsicht eine ganz wichtige Schnittstelle zwischen Unternehmensleitung und Beschäftigten dar. Sie ermöglichen erst, dass familienbewusste Maßnahmen im Arbeitsalltag überhaupt umgesetzt werden können. Gleichzeitig können sie selbst Maßnahmen in Anspruch nehmen und mit gutem Beispiel vorangehen. Beachten Sie auch die weiteren Maßnahmenvorschläge in diesem Bereich.

Mögliche Umsetzungs-Tipps auf Ihrer Unternehmensstruktur

Elternzeitbegleitung

  • Freiwilliger Einbezug bei Firmenfesten, Events, Messen u.ä.
  • Wiedereinstiegsgespräch
  • Freiwilliger Einbezug bei Fortbildungen, Schulungen u.ä.

Teil F: Kommunikation

Ihr Unternehmen hat 4 Punkte von insgesamt 108 möglichen Punkten erreicht.

Es sollte sich im Bereich der Kommunikation hinsichtlich der Vereinbarkeit von Familie und Beruf verbessern. Die Effizienz einer familienbewussten Personalpolitik hängt entscheidend davon ab, inwieweit die Bedarfe der Beschäftigten erhoben werden sowie ob und wie das Maßnahmenangebot kommuniziert wird. Die besten Maßnahmen bringen nichts, wenn sie an den Bedarfen der Beschäftigten vorbeigehen oder ihnen nicht bekannt sind. Wenn die Maßnahmen dann auch noch kostenintensiv eingeführt wurden, laufen die Investitionen ins Leere. Auch Grenzen und Rahmenbedingungen der familienbewussten Maßnahmen sollten den Beschäftigten deutlich gemacht werden. Oft bietet es sich an, unterschiedliche Informationskanäle im Unternehmen zu nutzen. Diese sollten möglichst dem Arbeitsalltag und den ohnehin schon genutzten Kanälen der jeweiligen Beschäftigtengruppen entsprechen (z.B. Intranet, E-Mail, Mitarbeitendenzeitung, Schwarzes Brett, Informationsbeilage zur Lohnabrechnung, feste Ansprechperson(en) usw.). Auch die externe Kommunikation über das Maßnahmenangebot ist ein zentraler Baustein des Employer Brandings, um neue Fach- und Führungskräfte zu gewinnen, nach dem Motto: „Tue Gutes und rede darüber.“ Beachten Sie auch die weiteren Maßnahmenvorschläge in diesem Bereich.

Mögliche Umsetzungs-Tipps auf Ihrer Unternehmensstruktur

Interne Kommunikation

  • Thematisierung bei Besprechungen, internen Veranstaltungen usw.
  • Informationen im Einstellungsprozess
  • Integration v. Familienbewusstsein in die Unternehmensleitlinien

Externe Kommunikation

  • Mund-zu-Mund-Propaganda fördern
  • Internetseite und/oder Social Media
  • Jobmessen/Karrieremessen

Teil G

Ihr Unternehmen hat 3 Punkte von insgesamt 24 möglichen Punkten erreicht.

Nach Ihrer Selbsteinschätzung weist das betriebliche Familienbewusstsein in Ihrem Unternehmen einen relativ hohen Verbesserungsbedarf auf. Wichtig ist vor diesem Hintergrund, an welchen Stellen dieser Bedarf besonders groß ist. Eine Systematisierung der vorhandenen familienbewussten Maßnahmen auf der einen Seite sowie eine umfassende Bedarfserhebung, z.B. durch eine Beschäftigtenbefragung, Mitarbeitendengespräche oder auch Gruppendiskussionen, auf der anderen Seite bringen hier Gewissheit. Dies ermöglicht Ihnen, Ihr betriebliches Familienbewusstsein mit gezielten und passgenauen Maßnahmen zu optimieren. Beachten Sie hierzu auch die vorgeschlagenen Maßnahmen. Vieles kann schon mit relativ geringem Aufwand umgesetzt werden. Veränderungen in der Unternehmenskultur gehen allerdings nicht von heute auf morgen, sondern brauchen Zeit. Ein Grund mehr, möglichst bald damit zu beginnen. Sie sollten hierbei alle Beschäftigten und ganz besonders die Führungskräfte von Anfang an einbeziehen, damit dies gelingt.


ANSPRECHPARTNERINNEN

Falls Sie Fragen zu Ihren Ergebnissen aus dem Selbst-Check haben oder ein Beratungsgespräch zur Zertifizierung wünschen, können Sie sich gerne an uns wenden. Wir begleiten Sie gerne auf Ihrem Weg zum „Familienfreundlichen Unternehmen im Hochsauerlandkreis“!

Katja Cramer_Foto Mitarbeiter

Projektleiterin

Katja Cramer

Haite

Projektmanagerin

Isabelle Haite