Am 22. Mai 2026 fand die fünfte Veranstaltung der Reihe „Cybersicherheit im HSK“ statt. Im Mittelpunkt stand diesmal das Thema Cyberversicherung und die Frage, welche Rolle sie im ganzheitlichen Risikomanagement von Unternehmen spielt. Die Teilnehmenden aus den Unternehmen im Hochsauerlandkreis erhielten praxisnahe Einblicke in aktuelle Anforderungen von Versicherern, typische Schadensszenarien sowie konkrete Maßnahmen zur Verbesserung der eigenen Cyberresilienz.

Zum Auftakt stellte Hendrik Maatz von der NRW.BANK in einem kurzen Impuls das Förderprogramm „MID-Digitale Sicherheit“ vor. Das Programm unterstützt kleine und mittlere Unternehmen in Nordrhein-Westfalen bei Investitionen in Schutzmaßnahmen gegen Cyberangriffe. Thematisiert wurden unter anderem die Analyse bestehender IT-Infrastrukturen, Maßnahmen zur Sensibilisierung von Mitarbeitenden sowie Investitionen in Hard- und Software für den IT-Basisschutz.

Im anschließenden Fachvortrag beleuchtete Leonard Tillmann von protectONE die wachsende Bedeutung von Cyberversicherungen. Angesichts zunehmender Bedrohungen durch Ransomware, Phishing oder Datenabfluss seien Unternehmen aller Größenordnungen betroffen – vom Mittelstand bis hin zu öffentlichen Einrichtungen. Cyberversicherungen könnten finanzielle Folgen wie Betriebsunterbrechungen, Wiederherstellungskosten oder forensische Analysen abfedern, seien jedoch kein Ersatz für Prävention und technische Sicherheitsmaßnahmen.

Besonders deutlich wurde, dass Versicherer inzwischen umfangreiche Mindeststandards voraussetzen. Dazu zählen unter anderem Multi-Faktor-Authentifizierung, aktuelle Endpoint-Detection-Lösungen, regelmäßige Backups, Patch-Management sowie Security-Awareness-Schulungen. Unternehmen mit höherem Sicherheitsniveau profitieren nicht nur von besseren Versicherungskonditionen, sondern häufig überhaupt erst von ihrer Versicherbarkeit.
Ein weiterer Schwerpunkt lag auf der praktischen Incident Response und digitalen Forensik. Peter Schwanke von der codecentric AG zeigte anhand realitätsnaher Beispiele, wie IT-Forensiker nach Cyberangriffen arbeiten und welche Herausforderungen insbesondere mittelständische Unternehmen im Ernstfall erwarten. Thematisiert wurden unter anderem unklare Backup-Situationen, fehlende Dokumentationen, Zeitdruck sowie die Bedeutung strukturierter Notfallpläne.

Darüber hinaus wurde deutlich, wie wichtig vorbereitete Prozesse und regelmäßige Übungen für den Ernstfall sind. Empfehlungen wie zentrale Log-Erfassung, getestete Backups, definierte Verantwortlichkeiten und gelebte Notfallkonzepte standen dabei im Fokus.
Mit weiteren Terminen setzt die Wirtschaftsförderung Hochsauerlandkreis die Reihe „Cybersicherheit im HSK“, die im Rahmen des EFRE geförderten Projekts „Produktion.Digital.Südwestfalen-PLUS+“ stattfindet, in den kommenden Wochen fort. Ziel ist es, Unternehmen praxisnah zu informieren, für Risiken zu sensibilisieren und konkrete Unterstützung bei der Umsetzung von Sicherheitsmaßnahmen zu bieten.
Der nächste Termin findet am 25. Juni im Kurhaus Bad Fredeburg statt. Hier liegt der Themenschwerpunkt auf „KI-gestützten Cyberangriffen & Sicherheitslösungen“. Als Referenten werden Christian Renkes, Geschäftsführer der Nica-Systems GmbH, und Georg Schneider, IT-Leiter bei der cyber complete GmbH, als Referenten dabei sein.
Die Termine der Veranstaltungsreihe „Cybersicherheit im HSK 2026“ im Überblick:
10.02.2026 – Sensibilisierung & Cyberkriminalität
26.02.2026 – Cyberangriffe auf KMU – Bericht eines Hackers
19.03.2026 – Regulatorische Anforderungen (CRA & NIS2) & Cyber-Notfallplan
23.04.2026 – Bedrohungen & Gefährdungstrends
22.05.2026 – Cyberversicherung
25.06.2026 – KI-gestützte Cyberangriffe & Sicherheitslösungen
09.07.2026 – Moderne IT/OT-Sicherheitstechnologien
Die kostenfreien Veranstaltungen richten sich vorzugsweise an Unternehmen des produzierenden Gewerbes, des Handwerks und der IT-Branche. Die Teilnehmeranzahl ist begrenzt.





Hintergrund:
Die Veranstaltungsreihe „Cybersicherheit im HSK“ richtet sich gezielt an Unternehmen des produzierenden Gewerbes, des Handwerks und der IT-Branche. Sie bietet praxisnahe Informationen und Handlungsempfehlungen zur Steigerung der Cyber-Resilienz und fördert den Austausch zwischen Expertinnen und Experten sowie Teilnehmenden.
Ansprechpartner:

René Rudat
Projektmanager PDS+
rene.rudat@hochsauerlandkreis.de
0291 94 1815
