Ein gemeinsames Digitalisierungsprojekt der Wirtschaftsförderungsgesellschaft Hochsauerlandkreis mbH (WFG HSK), des Transferverbunds Südwestfalen und des Lehrstuhls für Produktionssysteme (LPS) der Ruhr-Universität Bochum wurde erfolgreich in der Praxis umgesetzt: Bei der Drinhaus Technik GmbH in Bestwig wurde ein innovatives Assistenzsystem zur Qualitätsprüfung metallischer Oberflächen entwickelt und getestet.

Die Drinhaus Technik GmbH ist spezialisiert auf die Oberflächenbearbeitung kreisrunder metallischer Bauteile. Der letzte Prozessschritt – das Schleifen der Stirnflächen – erfolgt automatisiert durch einen Roboterarm. In der Vergangenheit führten jedoch schwer erkennbare Oberflächenfehler zu erheblichem Nacharbeitsaufwand und teilweise zur Auslieferung fehlerhafter Bauteile. Eine rein manuelle Qualitätskontrolle, durchgeführt durch erfahrene Mitarbeitende, konnte diese Problematik nur teilweise kompensieren. Insbesondere Reflexionen, diffuse Lichtverhältnisse und personalabhängige Expertise erschwerten eine zuverlässige Bewertung. Das Ziel des Projektes war es daher, ein digitales Assistenzsystem zu entwickeln, das die Fehlererkennung robust, reproduzierbar und deutlich einfacher gestaltet.
Das Projektteam verfolgte dazu einen zweistufigen Ansatz. Im ersten Schritt wurde die Bildaufnahme optimiert. Durch umfangreiche Versuchsreihen mit verschiedenen Beleuchtungsarten (u. a. Front-, Seiten- und Kuppelbeleuchtung) sowie Kameraeinstellungen (Blende, ISO, Belichtungszeit, Polarisationsfilter) wurde eine Konfiguration identifiziert, die Reflexionen auf den kreisrunden Metallbauteilen minimiert. Diese dient nun als Grundlage für eine reproduzierbare und prozesssichere Aufnahme der Prüfteile.

Im zweiten Schritt wurde eine Assistenzsoftware zur Fehlererkennung entwickelt. Auf Basis der aufgenommenen Bilder entstand eine Software, die mittels Filter- und Bildverarbeitungstechniken Oberflächenfehler deutlich sichtbar macht. Kreisrunde Schleifspuren und punktuelle Macken standen als Fehlerarten dafür im Fokus.
Eine standardisierte Bildverarbeitungspipeline sorgt für konsistente Ergebnisse und kann bei veränderten Lichtverhältnissen flexibel angepasst werden.
Die entwickelte Lösung ermöglicht es den Mitarbeitenden, Fehler schneller, eindeutiger und mit geringerem Aufwand zu erkennen. Das System lässt sich problemlos in den bestehenden Qualitätskontrollprozess integrieren und bietet darüber hinaus Potenzial für künftige Weiterentwicklungen – beispielsweise KI-gestützte automatische Klassifikationen.
Starke regionale Kooperation für digitale Innovation
Das Projekt steht beispielhaft für eine starke regionale Kooperation, in der Wirtschaft, Wissenschaft und Wirtschaftsförderung gemeinsam an praxistauglichen digitalen Lösungen arbeiten. Die Wirtschaftsförderungsgesellschaft Hochsauerlandkreis (WFG HSK) übernahm dabei die Projektkoordination sowie die Vernetzung zwischen Unternehmen und Forschung. Der Transferverbund Südwestfalen initiierte das Projekt zuvor durch ein gemeinsames Technologie-Scouting mit der WFG HSK bei der Drinhaus Technik GmbH, während der Lehrstuhl für Produktionssysteme der Ruhr-Universität Bochum die fachliche Entwicklung der Bildverarbeitungstechniken und der Assistenzsoftware verantwortete. Die Drinhaus Technik GmbH schließlich stellte den realen Anwendungsfall mit konkreten Produktionsbedingungen und Bauteilen zur Verfügung und sorgte so dafür, dass die entwickelten Lösungen direkt in der betrieblichen Praxis erprobt und weiterentwickelt werden konnten.

Ein digitaler Baustein für höhere Qualität und Wettbewerbsfähigkeit
Mit dem abgeschlossenen Projekt verfügt die Drinhaus Technik GmbH nun über ein Werkzeug, das die Qualitätssicherung nachhaltig stärkt, Nacharbeitsaufwände reduziert und die Mitarbeitenden entlastet. Gleichzeitig zeigt es, wie digitale Assistenzsysteme auch in kleinen und mittelständischen Unternehmen schnell einen messbaren Mehrwert schaffen können.
Mit dem abgeschlossenen Projekt verfügt die Drinhaus Technik GmbH nun über ein Werkzeug, das die Qualitätssicherung nachhaltig stärkt, Nacharbeitsaufwände reduziert und die Mitarbeitenden entlastet. Gleichzeitig zeigt es, wie digitale Assistenzsysteme auch in kleinen und mittelständischen Unternehmen schnell einen messbaren Mehrwert schaffen können.



Hintergrund:
Die Umsetzung ist Teil des Projekts Produktion.Digital.Südwestfalen-PLUS der Wirtschaftsförderungsgesellschaft Hochsauerlandkreis mbH und wird mit Mitteln der Europäischen Union und des Landes Nordrhein-Westfalen gefördert. Das Projekt unterstützt Unternehmen dabei, digitale Technologien praxisnah kennenzulernen und im eigenen Betrieb zu implementieren.
Ansprechpartner:

René Rudat
Projektmanager PDS+
rene.rudat@hochsauerlandkreis.de
0291 94 1815
